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GEFÜHLE

Unsere Welt der Gefühle

Unser Leben lang stehen wir in Lernprozessen. Das betrifft aber keineswegs nur unser Denkvermögen. Unsere Erfahrungen werden auch wesentlich bestimmt von der Welt der Gefühle.

Die Welt der Gefühle: Sie entfaltet sich in unserer emotionalen Entwicklung. Sie dient dazu, mit den eigenen Gefühlen, aber auch mit den Gefühlen anderer umgehen zu lernen. Dazu muss man diese Emotionen aber erst einmal verstehen und einordnen können.

Es gibt Menschen, die nicht einmal unterscheiden können, ob es ihnen gerade gut geht oder nicht. Sie sind zum Beispiel wütend und schreien: „Mir geht’s doch gut!”. Sie definieren Wut vielleicht sogar als befreiendes Gefühl. Wut ist aber ein rein destruktives Gefühl. Es gibt sicher Situationen, in denen Wut ihre Berechtigung hat - aber sie ist und bleibt destruktiv und vernichtend.

Andere können gerade noch unterscheiden, ob es ihnen gut oder schlecht geht. Du fragst sie, wie es ihnen geht und sie antworten: „Gut.”
„Wie gut?”, fährst du fort. „Gut halt.”, ist die leicht genervte Antwort.

Es gibt aber auch Menschen, die unterscheiden schon mehr: Wut, Angst, Spaß, Genuss, Verbundenheit. Und dann wird es so langsam kompetenter, wenn jemand Gefühle differenziert betrachtet. Als Beispiel nehmen wir die Verbundenheit. Sie zeigt sich in Sympathie, Zuneigung, Verliebtheit, Liebe, …

Es geht aber noch weiter in die Tiefe. Nehmen wir das Beispiel Zuneigung. Das bedeutet gleichzeitig „mögen“ und „sich gemocht fühlen“. Doch auch das geht noch besser. Betrachten wir einmal „sich gemocht fühlen“: Das heißt zum Beispiel: Man interessiert sich für mich, man will mich dabei haben, ich bin erwünscht, man bildet eine Beziehung welcher Art auch immer mit mir…

Und ein weiterer Schritt beim Benennen von Gefühlen ist dann: Jemand interessiert sich für das, was ich mache - oder für das, was ich kann - für mein Potenzial - für das was ich bin - für mich…

Als zweites geht es bei der emotionalen Entwicklung darum, die Instinkte in den Griff zubekommen und mit den Emotionen umgehen zu können.

Wenn ich mich in meiner Gefühlswelt gut auskenne und lerne, dieses Klavier zu spielen, werden Konflikte und Stress auf ein Minimum reduziert. Im Gegenzug dazu können die konstruktiven, schönen und erfolgreichen Momente des Lebens optimiert werden. Bei der emotionalen Entwicklung führt der Weg also dahin, einen gekonnten und bewussten Umgang mit den Gefühlen zu entwickeln. Das ermöglicht auch, in Kontakt mit den eigenen Bedürfnissen zu bleiben.

Man sollte jedoch kein Gefühl von vornherein ablehnen. Das macht nur wiederum schlechte Gefühle. Werten sie das Gefühl, das sie am liebsten aus der Welt schaffen wollen, als Hinweis auf ein Bedürfnis, das anerkannt werden will!

Quelle: Thomas Klüh – www.thomasklueh.de

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