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ERNÄHRUNGSTHERAPIE

Die richtige Ernährung für den Zappel-Philipp

Wenn Kinder nicht aufmerksam sind und sich nicht konzentrieren können, das Stillsitzen unmöglich erscheint, so führt die Diagnose schnell zum Krankheitsbegriff ADHS ? mit fatalen Folgen.

Die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitätssyndrom) bei Kindern heißt nämlich gleichzeitig eine Verschreibung der bedenklichen Pharmadroge Ritalin. Neben verhaltens- und sozialtherapeutischen Maßnahmen ist jedoch eine Ernährungsumstellung zu empfehlen ? bei weitaus geringeren Risiken und Kosten.

Bereits der Nervenarzt Heinrich Hoffmann befasste sich in seiner Geschichte des Zappel-Philipps mit dem Verhalten eines hyperaktiven und unbändigen Kindes. Heute leben schätzungsweise neun Prozent der Schulkinder und sogar vier Prozent der Erwachsenen mit der Diagnose ADHS. Sie fallen vor allem durch ihr Verhalten auf: Ihre Aufmerksamkeit driftet schnell ab, sie sind ständig in Aktion oder wirken teilnahmslos. Sie handeln unkontrolliert und unbedacht, können sich schlecht konzentrieren und sind vergesslich. Lernschwächen wie Legasthenie oder Wahrnehmungsstörungen sind häufig die Folge.

Als Mittel zur Beruhigung wird häufig Ritalin eingesetzt. So stieg die Zahl der Verordnungen zwischen 1995 und 2005 knapp um das 30-fache und das, obwohl Langzeitstudien zur Verträglichkeit dieser Substanz schlicht fehlen. Dabei fällt das Medikament unter das Betäubungsmittelgesetz. Die Liste der Nebenwirkungen scheint endlos: Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit und Konzentrationsstörungen sind als erstes zu nennen. "Die breite Verwendung im Vorschulalter gleicht einem unkontrollierten Feldversuch", urteilt das Arzneimitteltelegramm. Dass alternative Ansätze oder Ergänzungstherapien nur zweite Wahl sind, scheint angesichts dieser Beurteilung unverständlich.

Zahlreiche Studien belegen den Einfluss verschiedener Ernährungsfaktoren. Der Kinderneurologe Professor Joseph Egger empfiehlt eine zusatzstoffarme, protein- und fettreichere Diät, mit der er bereits vielversprechende Erfolge erzielte. Vor allem zuckerreiche Lebensmittel und diverse Zusatzstoffe wie Farbstoffe (E100 bis E199) oder Benzoate (E210 bis E216) sind in seinen Ernährungsempfehlungen tabu.

Diese Inhaltsstoffe finden sich in vielen beliebten und hochverarbeiteten Lebensmittel, die Kinder zu viel und zu häufig konsumieren. Andererseits stehen Nahrungsmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren und hochwertigen Eiweißen sowie fettlöslichen Vitaminen und Spurenelementen sind, viel zu selten auf dem Speiseplan. Entsprechende Lebensmittel können die Symptome nachweislich lindern. Wichtig hierbei ist die Aufnahme in naturbelassener Form. Das Zusammenwirken der Substanzen in ihrem natürlichen Verbund erzielt nämlich eine höhere Wirksamkeit. Wichtig ist auch zu prüfen, ob eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit vorliegt. Ziel dieser Maßnahmen ist ein gesunder Darm, was einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat.

Erst wenn eine Umstellung der Ernährung sowie verhaltens- und sozialtherapeutische Maßnahmen nicht greifen, sollte die Behandlung mit Psychopharmaka erfolgen.

Quelle: Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.

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Die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Er analysiert die Ernährungssituation in Deutschland im Hinblick auf Ernährungstherapie und Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen. Ziel seiner Arbeit ist es, mit geeigneten Methoden Ernährungstherapien und Prävention fächerübergreifend zu verbessern.