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Blutzucker: Messgeräte im Test

Acht Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an Diabetes. Diese Zahl macht deutlich, wie wichtig einfach zu bedienende Blutzuckermessgeräte sind. Nun analysiert eine Studie der Hochschule der Medien und der User Interface Design GmbH, Ludwigsburg, wie Nutzer mit diesen Geräten umgehen und gibt Tipps für eine optimale Gestaltung. Die Experten in Sachen Nutzerfreundlichkeit haben 14 Geräte unter die Lupe genommen.

Wird der Blutzucker auf Grund einer falschen Bedienung fehlerhaft abgelesen, dosiert der Diakebtiker seine Medikamente nicht richtig und erleidet gesundheitlichen Schaden. Deshalb müssen Medizingeräte sicher und intuitiv zu benutzen sein.

Doch wie gut zu bedienen sind die „kleinen Helfer“ wirklich? Mit einer Bewertung durch Experten und in einem Anwender-Test mit Diabetikern wurden jetzt 14 Geräte begutachtet. Maike Reichel, Usability Engineer bei UID, empfiehlt: „Diabetiker und Ärzte sollten die Entscheidung für ein Messgerät gut bedenken. Die getesteten Geräte wiesen große Unterschiede in der Benutzungsfreundlichkeit auf. Von gut gestalteten Bedienungen bis zu gefährlichen Arbeitsschritten mit dem Gerät haben wir alles gefunden.“

Das zeigt der typische Kommentar einer Testperson: „24 Einheiten muss ich spritzen.“ Die ältere Testperson interpretiert „24h“ nicht als Zeitformat, sondern als Dosierungsanleitung - ein Zeichen mangelnder Nutzerorientierung. Ein anderes Gerät fordert den Nutzer zum Auftragen von Blut auf, obwohl der Teststreifen fehlerhaft eingeführt wurde. Oft sind Display-Elemente auf Grund zu kleiner Schriftgrößen schlecht lesbar, helle Schrift auf dunklem Untergrund behindert die Bedienung und starke Lichtreflexe machen Kontraste schwer erkennbar. Die Geräte Ascensia Elite von Bayer, OneTouch Ultra2 von LifeScan und GlucoMen Visio von A. Menarini sollten durch Usability Engineering verbessert werden.

Eine gute Bedienung wiesen im Anwender-Test mit Diabetikern lediglich zwei Geräte auf: Accu-Chek Aviva von Roche und Ascensia Contour von Bayer. Beide Geräte garantieren eine sichere Messung in wenigen Schritten. Diabetiker können auf wichtige Funktionen über ein großes und gut lesbares Display schnell zugreifen.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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05.11.2008