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Fördert Elektrosmog Alzheimer?

Die genauen Ursachen für das Auftreten von Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit oder der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) sind bis heute unbekannt. Ein geringer Teil der Fälle wird durch genetische Mutationen bei bestimmten Proteinen ausgelöst. Das weiß man. Doch in den weitaus meisten Fällen konnte bisher keine genaue Ursache festgestellt werden. So liegt die Vermutung nahe, dass neben möglichen genetischen Einflüssen, Umweltfaktoren, der Lebensstil oder die Arbeitsumgebung den Verlauf der Erkrankungen beeinflussen.

Unter Federführung von Dr. Albrecht Clement und Prof. Dr. Christian Behl an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird nun untersucht, ob niederfrequente, elektromagnetischer Strahlung Einfluss auf den Verlauf der Alzheimer-Krankheit und der ALS hat. Seit mehreren Jahren wird kontrovers diskutiert, ob sogenannter Elektrosmog die Befindlichkeit verändert oder gar Krankheiten auslösen kann. Dazu gehören hochfrequente elektromagnetische Felder, wie sie von Mobiltelefonen oder den Sendemasten der Mobilnetze erzeugt werden. Niederfrequente elektromagnetische Strahlung, die unter anderem durch Hochspannungsleitungen und Elektrogeräte abgegeben wird, zählt auch dazu. Immer wieder rückt die Frage ins öffentliche Interesse, ob Strahlung, die von Mobiltelefonen ausgeht, Krebs auslösen kann.

Da bisherige Untersuchungsdaten kein einheitliches Bild ergeben, wird in einem von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichten Bericht keine explizite Warnung vor niederfrequenten Strahlungen ausgesprochen. Im Rahmen des vom Bundesamt für Strahlenschutz geförderten Projektes soll nun untersucht werden, ob und wie niederfrequente elektromagnetische Strahlung den Krankheitsverlauf bei der Alzheimer-Krankheit und der ALS beeinflusst. In dem für vier Jahre konzipierten Projekt werden Mäuse in Verhaltensstudien untersucht und Veränderungen in ihrem Nervensystem analysiert.

In Deutschland ist derzeit etwa eine Million Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Schätzungen zufolge könnten bis zum Jahr 2050 rund 1,3 Millionen Demenzpatienten hinzukommen, falls der Erkrankung kein Einhalt geboten werden kann.

Quelle: Uni Mainz

Elektromagnetische Felder Alzheimer ALS neurodegenerative Erkrankungen Strahlung 

15.10.2008