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Genetischer Bauplan von Krebszellen enträtselt

Wissenschaftler der Washington University haben erstmals die Erbinformation einer Krebs-Patientin enträtselt und so die Krankheit auf ihre genetischen Ursachen zurückgeführt. Das Team um Richard Wilson identifizierte zehn genetische Unterschiede zu gesunden Zellen, die für das Entstehen der Leukämie im untersuchten Fall entscheidend gewesen sein dürften. Bisher wurden nur zwei dieser Gendifferenzen mit der Krankheit in Zusammenhang gebracht. Die eingesetzte Untersuchungstechnik könnte auch bei anderen Krebsarten zum Einsatz kommen. So könnten neue, maßgeschneiderte Medikamente entwickelt werden.

Die Forscher untersuchten zwei Proben der Frau in Hinblick auf DNA-Unterschiede. Sie starb später an der Krankheit. Eine Probe wurde direkt von gesunden Hautzellen entnommen, die andere von verändertem Knochenmarksgewebe. Es zeigte sich, dass nahezu jede Zelle der Tumorprobe über neun der entscheidenden Veränderungen verfügte.

Bisher ist nur wenig über die genaue Art dieser Veränderungen bekannt. Man weiß noch nicht viel darüber, wie sie die biologischen Signalpfade so stören, so dass es zu einem unkontrollierten Zellwachstum kommt. Für die aktuelle Studie gelang es, alle drei Milliarden chemischen Bausteine zu untersuchen, aus denen das menschliche Erbgut besteht. So wurde es möglich, jene Abweichungen zu identifizieren, die zur Erkrankung der Patientin geführt hatten.

Quelle: Michaela Mondschein, medschool.wustl.edu

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29.11.2008