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Gesundheitsgefahr durch begaste Containerladungen?

Man kennt es von Fernreisen: Vor dem Aussteigen laufen die Stewardessen mit der Sprühdose durch die Kabine. Mancher fragt sich besorgt, was man da wohl gerade so einatmet. Weniger bekannt: Auch Schiffscontainer werden häufig mit Gasen zur Schädlingsbekämpfung behandelt. Und Arbeiter, die die Container öffnen oder die Ware umpacken und auch Verbraucher, können mit Rückständen dieser Gase in Kontakt kommen. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurden in den vergangenen Jahren leichte Gesundheitsbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit dem Öffnen von begasten Containern gemeldet. Messungen der Containerluft zeigten teilweise hohe Konzentrationen an Begasungsmitteln und anderen flüchtigen Chemikalien.

"Es stellt sich die Frage, ob Rückstände von Begasungsmitteln und anderen Chemikalien in den transportierten Waren so hoch sein können, dass sie die Gesundheit von Verbrauchern beeinträchtigen", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Erste Antworten erhoffen sich Wissenschaftler des Instituts von einem Expertengespräch, das jetzt im BfR in Berlin stattfand.

Die Zahl der transportierten Container im internationalen Seeverkehr nimmt seit Jahren stetig zu. Um die Ausbreitung von Schädlingen zu verhindern, die mit Containern als "blinde Passagiere" mitreisen könnten, oder um das Transportgut selbst vor Schädlingsbefall oder Pilzen zu schützen, werden viele Container mit Schädlingsbekämpfungsmitteln begast. Messungen in den Häfen Hamburg und Rotterdam zeigten, dass die Luft in vielen Containern höhere Konzentrationen von Chemikalien aufweist, als es nach den Richtwerten des Arbeitsschutzes zulässig ist.

Begaste Container müssen nach international gültigen Vorschriften zum Seetransport gefährlicher Güter als "Gefahrgut" befördert werden. Stichproben in Großbritannien und den Niederlanden deuten darauf hin, dass viele begaste Container dennoch nicht als entsprechend gekennzeichnetes Gefahrgut befördert werden.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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20.11.2008