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Die Wissenschaftler führten eine Reihe von Experimenten durch, in denen sich unter einer Anzahl einzelner Versuchspersonen kulturelle Gruppen herausbilden konnten. Die Teilnehmer sollten dazu in sogenannten Koordinationsspielen, bei denen es um das Aushandeln von Regeln geht, Entscheidungen für oder gegen diese treffen. Zum Beispiel dafür, auf welcher Straßenseite gefahren werden soll. Die Spielerinnen und Spieler mussten sich aber nicht nur für eine Straßenseite, sondern zusätzlich für eine Markierung mit einem Dreieck oder einem Kreis entscheiden.
Diese Markierungen schienen zunächst ohne Bedeutung für die Einschätzung, welcher Straßenseite ein Teilnehmer den Vorzug geben würde. Je mehr Versuchspersonen aber einer anderen begegneten, die in Markierung und bevorzugter Straßenseite mit der eigenen Kombination übereinstimmte, desto häufiger wurde die vermutete Übereinstimmung nur noch an Kreis oder Dreieck abgelesen.
Dieser Effekt zeigte sich unter zwei Bedingungen: Dort, wo es echte Entscheidungsmöglichkeiten, also auch verschiedene Erwartungen über tatsächliche Entscheidungen geben konnte. Und dort, wo die Spieler die Markierungen frei wählen und im Spielverlauf auch wechseln konnten. Trafen beide Voraussetzungen zu, dann verstärkte er sich so, dass sich Gruppenbildung schließlich nur noch an gleichen äußeren Merkmalen orientierte. Kreise hatten dann nur noch mit Kreisen und Dreiecke nur noch mit Dreiecken zu tun.
Charles Efferson, Assistenzprofessor am Institut für empirische Wirtschaftsforschung der Universität Zürich, meinte dazu: "Es ist, als würden zwei Straßen existieren: eine für Dreieck-Menschen, die erwarten, auf der einen Straßenseite zu fahren, und eine andere für Kreis-Menschen, die davon ausgehen, dass auf der andern Straßenseite gefahren wird. Jeder kann Zusammenstöße vermeiden, wenn er ausschließlich auf der eigenen Straße fährt. Aber der Preis, den die Gesellschaft dafür bezahlt, ist eine in Gruppen getrennte Bevölkerung: Jede meidet die mit dem anderen Merkmal."
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Gruppenbildung trennt Freund und Feind
Gruppen gleichgesinnter Menschen neigen dazu, andere Gruppen abzuwerten und anzufeinden. Wissenschaftler der Universität Zürich haben jetzt im Experiment gezeigt, wie sich kulturelle Gruppen überhaupt bilden. Sie konnten so auch feststellen, wie es dabei zur Bevorzugung der eigenen und Abwertung der Mitglieder anderer Gruppen kommt.Die Wissenschaftler führten eine Reihe von Experimenten durch, in denen sich unter einer Anzahl einzelner Versuchspersonen kulturelle Gruppen herausbilden konnten. Die Teilnehmer sollten dazu in sogenannten Koordinationsspielen, bei denen es um das Aushandeln von Regeln geht, Entscheidungen für oder gegen diese treffen. Zum Beispiel dafür, auf welcher Straßenseite gefahren werden soll. Die Spielerinnen und Spieler mussten sich aber nicht nur für eine Straßenseite, sondern zusätzlich für eine Markierung mit einem Dreieck oder einem Kreis entscheiden.
Diese Markierungen schienen zunächst ohne Bedeutung für die Einschätzung, welcher Straßenseite ein Teilnehmer den Vorzug geben würde. Je mehr Versuchspersonen aber einer anderen begegneten, die in Markierung und bevorzugter Straßenseite mit der eigenen Kombination übereinstimmte, desto häufiger wurde die vermutete Übereinstimmung nur noch an Kreis oder Dreieck abgelesen.
Dieser Effekt zeigte sich unter zwei Bedingungen: Dort, wo es echte Entscheidungsmöglichkeiten, also auch verschiedene Erwartungen über tatsächliche Entscheidungen geben konnte. Und dort, wo die Spieler die Markierungen frei wählen und im Spielverlauf auch wechseln konnten. Trafen beide Voraussetzungen zu, dann verstärkte er sich so, dass sich Gruppenbildung schließlich nur noch an gleichen äußeren Merkmalen orientierte. Kreise hatten dann nur noch mit Kreisen und Dreiecke nur noch mit Dreiecken zu tun.
Charles Efferson, Assistenzprofessor am Institut für empirische Wirtschaftsforschung der Universität Zürich, meinte dazu: "Es ist, als würden zwei Straßen existieren: eine für Dreieck-Menschen, die erwarten, auf der einen Straßenseite zu fahren, und eine andere für Kreis-Menschen, die davon ausgehen, dass auf der andern Straßenseite gefahren wird. Jeder kann Zusammenstöße vermeiden, wenn er ausschließlich auf der eigenen Straße fährt. Aber der Preis, den die Gesellschaft dafür bezahlt, ist eine in Gruppen getrennte Bevölkerung: Jede meidet die mit dem anderen Merkmal."
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Gruppenzusammenhalt Gruppenbildung Sozialverhalten Bevorzugung Feindseligkeit Gruppenverhalten Diskriminierung Wirtschaftsforschung