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Mehr Mut zur Ersten Hilfe rettet Leben

Glatte Wege, schlechte Sicht – Verkehrsunfälle geschehen im Winter schnell. Gerade in der kalten Jahreszeit brauchen Unfallopfer besondere Hilfe. Mit welch einfachen Mitteln man helfen kann, erklärt Privatdozent Dr. Ulrich Fauth, Chefarzt am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel.

Die 10 besten Tipps, mit denen die Hilfe beginnen sollte:

- Sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck ab.
- Verständigen Sie Rettungsdienste. Die Notrufnummer 110 und 112 sind selbst von Prepaid-Handys ohne Guthaben kostenlos anzurufen.
- Bringen Sie das Unfallopfer aus eventuellen Gefahrensituationen.
- Prüfen Sie Atmung, Kreislauf und Bewusstseinszustand des Opfers.
- Wenn das Unfallopfer nicht mehr ausreichend atmet, überstrecken Sie seinen Hals leicht, indem Sie den Kopf hinten und am Kinn halten. Das schützt vor dem Ersticken.
- Legen Sie dem Opfer eine Decke oder eine spezielle Rettungsdecke aus Verbundmaterial um. Sie verhindert die Unterkühlung.
- Stillen Sie Blutungen. Legen Sie den verletzten Körperteil hoch. Bei größeren offenen Verletzungen legen Sie einen Verband mit sterilen Kompressen an. Bei starken Blutungen drücken Sie die versorgende Arterie ab.
- Verbrennungen sollten nur wenige Minuten gekühlt werden. Friert das Unfallopfer, dürfen Sie keinesfalls kühlen!
- Die stabile Seitenlage verhindert, dass bei Bewusstlosen Erbrochenes oder andere Flüssigkeiten in die Luftröhre gelangen.
- Erklären Sie möglichst ruhig, was passiert ist. Dabei helfen die W-Fragen: Wo ist der Unfall passiert? Was ist passiert? Wie viele Personen sind verletzt? Welche Verletzungen liegen vor?

Zur Vorsicht mahnt Fauth bei Bewusstlosen, deren Wirbelsäule geschädigt sein könnte. „Eine falsche Bewegung kann dann den Verletzten nachhaltig schädigen. Querschnittslähmungen drohen.“

Der Rettung des Lebens muss aber immer der Vorzug gegeben werden, etwa, wenn ein Auto einen Hang abzurutschen oder Feuer zu fangen droht. Angst, etwas falsch zu machen, brauchen Helfer nicht zu haben. „Schlimmer ist es, wenn gar nicht geholfen wird“, erinnert Fauth.

Quelle: Dr. Ulrich Fauth, Kassel

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28.10.2008