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Milliardenaufwand für umweltschonende Kohlekraft

Klimaschutzziele erreicht man mit Kohlekraft nicht ohne weiteres. Jedenfalls würde die erforderliche Senkung des CO2-Ausstoßes beim Bau neuer Kohlekraftwerke zu Milliarden-Investitionen zwingen. Der Aufwand werde nötig, um effiziente Technologien zur CO2-Bindung (Carbon Capture and Storage, CCS) einzusetzen. Die aber steckten noch in den Kinderschuhen. Darauf weist die Unternehmensberatung McKinsey hin.

"CCS ist heute die einzig bekannte Technologie, die im Stande ist, CO2-Emissionen zu binden", schreibt McKinsey. Dies treffe nicht nur auf Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen zu, die europaweit für rund die Hälfte des gesamten CO2-Ausstoßes verantwortlich seien. Darüber hinaus soll CCS auch bei Prozessen in der Stahl-, Zement- oder Raffinerie-Industrie angewendet werden können.

Nach einem EU-Beschluss werden bis 2015 zwölf Demonstrationsanlagen für die CCS-Technologie gebaut. Um das Emissionsproblem mit CCS zu lösen, sei so McKinsey eine halbe bis 1,1 Mrd. Euro erforderlich - pro Anlage. Insgesamt würden demnach Investitionen zwischen sechs und dreizehn Milliarden Euro fällig.

Das größte Problem bei der Weiterentwicklung der CCS-Technologie scheint derzeit die Finanzierung darzustellen. Die Kraftwerksbetreiber und Energieversorger selbst seien nicht dazu bereit, die Kosten zu tragen. Das Risiko, durch CCS riesige Verluste einzufahren, sei zu hoch. Die entstehenden Kosten durch EU-Zuschüsse aus Erlösen des CO2-Zertifikatehandels zu decken, lehnen Umweltschutzorganisationen ab. Sie haben zudem erhebliche Sicherheitsbedenken bei der langfristigen unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid. Laut McKinsey würde CCS jedoch die einzige Möglichkeit darstellen, die CO2-Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig Strom aus Kohlekraftwerken zu beziehen.

Quelle: pressetext.austria

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12.10.2008