ZURÜCK
NEWS

Neutronenstrahlung aus Atommüll erhöht

Messungen von Greenpeace haben ergeben, dass die französischen Atommüll-Behälter (TN85) deutlich mehr Neutronenstrahlung freisetzen als die alten Castor-Behälter. Ihre Neutronenstrahlung ist noch in 14 Metern Entfernung mehr als 500 Mal höher, als die zuvor gemessene. Zwar liegt die Strahlung vermutlich innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte. Dennoch würde man in direkter Nähe der Behälter innerhalb von wenigen Stunden die zulässige Jahresdosis erreichen. Greenpeace hat bislang neun der elf Atommüll-Behälter geprüft. "Die Belastung des Begleitpersonals, der Anwohner und der Demonstranten ist unverantwortlich", sagt Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. "Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über negative Wirkung auch von Niedrigstrahlung auf den Menschen werden immer eindeutiger."

Neue Transportbehälter werden eingesetzt, weil das strahlende Material aus der französischen Wiederaufbereitungs-Anlage La Hague deutlich radioaktiver ist. Die Behälter müssen zuvor vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt werden. Greenpeace hält nach seinen Messungen die Sicherheit der Transportbehälter aber für unzureichend. "Es darf einfach nicht sein, dass an diesen Behältern zu Lasten der Sicherheit gespart wird", betont Greenpeace. "Die Behälter müssen die Bevölkerung schützen und dürfen sie nicht unnötig erhöhter Strahlung aussetzen.

Der offizielle Grenzwert für Atommüllbehälter wird in einem Abstand von zwei Metern angegeben. Da Greenpeace nur in einem Abstand von 14 Metern messen durfte, sind die Werte nur indirekt vergleichbar. Die geprüften, neuen Behälter sind für den Transport in das oberirdische Zwischenlager in Gorleben im Einsatz. Dort soll ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll entstehen. Da der Salzstock jedoch Kontakt zu Grundwasser führenden Erdschichten hat, ist er für die Lagerung von Atommüll nicht geeignet. Greenpeace fordert, Transporte von hoch radioaktivem Atommüll so lange einzustellen, bis klar ist, wo er langfristig sicher gelagert werden kann.

Quelle: Greenpeace

Strahlung  Neutronenstrahlung  Niedrigstrahlung  Tagesdosis  Atommüll  Transportbehälter  Wiederaufbereitung  Strahlenschutz 

19.11.2008