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Technik gegen Sekundenschlaf

Die Entstehung und die Ursachen für Müdigkeit am Steuer sind sehr einfach: Schlechter und zu kurzer Schlaf. Leider gibt es nur wenige effektive Gegenmaßnahmen: Fenster öffnen, Gebläse einschalten, laute Musik hören oder Kaffeetrinken, das alles bringt sehr wenig - also was bleibt?

Der Ingenieur und Psychologe Vollrath hat sich mit dieser Frage beschäftigt. Seine Lösung der Zukunft gegen den gefürchteten Sekundenschlaf am Steuer sind innovative Fahrerassistenzsysteme und Automationsfunktionen. Bereits heute könnten intelligente Tempomaten nicht nur Fahrgeschwindigkeit, sondern auch den Abstand zu anderen Fahrzeugen selbstständig regeln.

Diese Systeme werden zurzeit von Fahrzeugherstellern und Zulieferern weiterentwickelt, sodass sie auch Notbremsungen durchführen können. Außerdem werden für die Spurhaltung Geräte entwickelt, die die Fahrerinnen und Fahrer beim Verlassen der Spur warnen, aber auch selbstständig die Spur halten können. Assistenzsysteme könnten in Zukunft umso früher eingreifen, je müder der Fahrer wird. Sie bremsen das Fahrzeug ab, wenn das Vorderfahrzeug langsamer ist oder steht. Und sie halten die Spur, wenn das Fahrzeug dabei ist, von der Fahrbahn abzukommen.

"Solche Systeme mit einer Müdigkeitserkennung zu koppeln, könnte ich mir sehr gut vorstellen", so Vollrath. Systeme zur Müdigkeitserkennung, die den Lidschluss beobachten oder das Lenken überwachen, gibt es bereits. "Die Gefahr dabei ist, dass sich die Fahrer dann auf diese Systeme verlassen und länger fahren und müder - dieser Ansatz setzt also extrem zuverlässige und sichere Systeme voraus, um nicht neue Gefahren zu schaffen", warnt Vollrath.

"Es wird nicht die einfachen technischen Lösungen geben, die Müdigkeit erkennen und sicher bekämpfen. Unterschiedliche Maßnahmen sind notwendig für Berufskraftfahrer und für Privatfahrer. Technische Lösungen müssen durch den Menschen ergänzt werden, um das Problem der Müdigkeit am Steuer wirkungsvoll zu bekämpfen", resümiert Vollrath.

Optimal ist bei langen Fahrten eine Pause mit einem kurzen Schlaf von 15 bis maximal 25 Minuten. Damit wird die Müdigkeit am wirksamsten bekämpft. Aber: "Warten Sie damit nicht bis zum letzten Augenblick. Man kann als Fahrer ganz schlecht vorhersagen, wann man einschlafen wird, oder wie lange man noch wach bleiben kann. Oder noch besser: Schon in der Nacht vorher so gut und lange zu schlafen, dass man bei der Fahrt nicht müde wird", rät Prof. Vollrath.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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29.09.2008