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Überfischung der Meere kommt uns teuer zu stehen

Angesichts der enormen wirtschaftlichen Verluste durch Überfischung fordert der WWF ein konsequentes Umsteuern in der Fischereipolitik. Wegen dramatisch schwindender Fischbestände gehen der Fischerei weltweit jährlich mindestens 36,6 Milliarden Euro verloren. Die Weltbank und die UN-Welternährungsorganisation FAO veröffentlichten jetzt dieses Ergebnis einer gemeinsamen Studie. "Der Fischerei-Wahnsinn kennt nur Verlierer. Die Ozeane werden leer gefischt. Der Lebensraum Meer wird zerstört. Fischer erleiden herbe wirtschaftliche Verluste oder verlieren ihren Job. Eine Milliarde Menschen bangen um ihre wichtigste Nahrungsquelle. Dieses Drama muss ein Ende haben", klagt WWF-Meeresexperte Stephan Lutter.

77 Prozent der globalen Fischbestände gelten als bis an ihre Grenzen befischt oder überfischt. Wird die rücksichtlose Ausbeutung nicht gestoppt, könnten die Meere im Jahr 2050 leer gefischt sein. Fischer müssen immer mehr Geld aufwenden, längere Strecken zurücklegen und aufwändigere Fanggeräte einsetzen, um ihre Erträge stabil zu halten.

Laut FAO und Weltbank gibt es zudem enorme Überkapazitäten - bei gesunden Beständen könnte mit halb soviel Aufwand die gleiche Menge gefangen werden. Jährlich werden etwa 86 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte aus den Ozeanen geholt. Der WWF hatte bereits 2002 für die Kabeljau-Fischerei in Nord- und Ostsee Einkommensverluste von über 415 Millionen Euro pro Jahr berechnet. Denn durch die jahrzehntelange Plünderung sinken die Fangquoten dramatisch. Weite Teile der Fischindustrie überleben nur noch, weil die Politik sie Jahr für Jahr mit über 22 Milliarden Euro Steuergeldern am Leben hält.

"Dieses kranke System braucht eine Generalüberholung. Von einer nachhaltigen Fischerei werden alle Beteiligen profitieren - vor allem aber die Meere", so Lutter. Die EU müsse jetzt beherzt die Reform ihrer bislang gescheiterten Fischereipolitik in Angriff nehmen.

Quelle: WWF

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26.10.2008