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Verbraucher müssen die Wahl haben bei Gentechnik

Der Verbraucherzentrale Bundesverband und Slow Food Deutschland fordern Lebensmittelhandel, Erzeuger und Verarbeiter auf, ihren Widerstand gegen das neue Label ?Ohne Gentechnik? aufzugeben. Wie eine aktuelle Markt-Recherche der Verbraucherzentrale Hamburg gemeinsam mit Slow Food ergab, findet man bisher nur vereinzelt Produkte mit dem Hinweis ?ohne Gentechnik? im Handel. Auf ihrer Internetseite veröffentlicht die Verbraucherzentrale Hamburg eine Liste von Produkten, die das Etikett ?ohne Gentechnik? tragen. Die Liste soll fortwährend erweitert werden. Verbraucher werden gebeten, sich zu informieren und die Verbraucherzentralen mit ihrem Kaufverhalten zu unterstützen.

?Ohne Angebote keine Wahlfreiheit?, kritisiert Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes die Zurückhaltung der Erzeuger und des Handels. ?Nur wenn Hersteller und Handel die Kennzeichnung einsetzen, können sich die Verbraucher für oder gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel entscheiden.? Theoretisch hätten Verbraucher seit 1. Mai die Wahl, Erzeugnisse von Tieren zu kaufen, die ohne gentechnisch veränderte Pflanzen gefüttert wurden - praktisch noch nicht.

Silke Schwartau, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg fordert die Verbraucher auf, gezielt nach Produkten ?ohne Gentechnik? zu fragen: ?So lange der Gegenbeweis nicht angetreten wird, muss man davon ausgehen, dass tierische Produkte, die nicht mit ?ohne Gentechnik? gekennzeichnet sind, mit gentechnisch verändertem Futtermittel hergestellt wurden.\" Dies gelte auch für die Eigenmarken des Handels.

Das fehlende Angebot hat zur Folge, dass viele Verbraucher ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen tierische Grundnahrungsmittel wie Milch, Eier und Fleisch konsumieren, bei deren Erzeugung gentechnisch veränderte Futterpflanzen verwendet wurden. ?Das Etikett ?ohne Gentechnik? ermöglicht es Konsumenten, die gentechnikfreie Lebensmittel konsumieren wollen, mit gutem Gewissen und Genuss zu essen?, so Ulrich Rosenbaum von SlowFood.

Quelle: Slow Food

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15.11.2008