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Vitamine mit Vorsicht genießen

Die Werbung lässt uns daran glauben: Je mehr Vitamine und Pflanzenstoffe aus Tomaten oder Karotten, je mehr solcher „Antioxidantien“ wir zu uns nehmen, desto besser. Das verspricht Schutz vor Krebs oder Alterung, und wer will das nicht? Diese Substanzen können schließlich Wirkungen aggressiver Sauerstoffverbindungen, sogenannter freier Radikale im Körper mindern oder sogar verhindern. Aber ist das wirklich immer ein Segen?

Wissenschaftler weisen darauf hin, dass freie Radikale keineswegs nur als zerstörerisch angesehen werden können. Im Gegenteil: Beispielsweise sind der Energiestoffwechsel und die Abwehr von Krankheitserregern durch weiße Blutkörperchen geradezu auf die Bildung freier Radikale angewiesen.

Allein schon deshalb ist zu erwarten, dass durch erhöhte Zufuhr von Antioxidantien auch unerwünschte Wirkungen in der Haut und im Organismus ausgelöst werden können. Zudem können einige Antioxidantien - wie Beta-Karotin oder Vitamin C - unter bestimmten Bedingungen auch umgekehrte Wirkung zeigen.

Zweifellos weisen viele Menschen mit überdurchschnittlichem Verzehr von Obst und Gemüse ein geringeres Lungenkrebsrisiko auf. Völlig unerwartet mussten jedoch vor etwa 10 Jahren zwei Studien mit hoch dosierter Beta-Karotin-Gabe abgebrochen werden, weil nach dieser massiven Karotin-Zufuhr das Lungenkrebsrisiko von Rauchern angestiegen war. Das führte man darauf zurück, dass das Rauchen offenbar dazu beitrug, das Karotin im Körper von einem Krebsschutz in einen Krebsauslöser zu verwandeln.

Der Welt-Krebsforschungsfond hat die größte Untersuchung über Lebensstil und Krebs durchgeführt und mehrere Empfehlungen herausgegeben. Diese schließen den Rat ein, keine Nahrungsergänzungsmittel zur Krebsprävention zu verwenden. Deren Risiko-Nutzen-Verhältnis kann nicht zuverlässig vorhergesagt werden. Unerwartete und auch gegensätzliche Wirkungen sind nicht auszuschließen.

Eine zuträgliche Dosis von Antioxidantien wird nur von einer gesunden Ernährung geliefert, die eine Vielzahl von Früchten und Gemüse einschließt. Der gute alte Apfel jeden Tag, bleibe also in jedem Fall eine richtige Entscheidung.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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05.10.2008