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Wachsende Zweifel am Nutzen der Chemotherapie

Haarausfall, Übelkeit, Gedächtnisstörungen, Krämpfe - bisher wurden diese Nebenwirkungen während der Chemotherapie vorrangig auf Stress oder Depressionen zurückgeführt. Aktuelle Studien legen jedoch den Schluss nahe, dass die chemische Behandlung dafür verantwortlich ist. Das meint auch Dr. Ulrich Kübler. Der Krebsspezialist (Onkologe) leitet ein gleichnamiges Forschungsinstitut in München. Hier werden Strategien und Verfahren zur Krebsfrüherkennung und -bekämpfung erforscht und angewandt, allen voran die kombinierte Immuntherapie.

Bestätigt wird die Ansicht Küblers durch Erkenntnisse von Prof. Dr. Dieter Hölzel. Der Krebsforscher der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität hatte zusammen mit anderen Onkologen tausende von Krebsfällen analysiert, in denen chemotherapeutische Verfahren zum Einsatz kamen. Sein ernüchterndes Ergebnis: Patienten würden auch heute noch genauso schnell sterben, wie ihre Leidensgenossen vor 25 Jahren. Zwar sei die Überlebensrate für Darmkrebs ein wenig gestiegen, die für Brustkrebs im selben Zeitraum jedoch gesunken.

Zwar streiten beide Forscher der Chemotherapie gewisse Erfolge nicht ab - wie etwa bei der Behandlung von Lymph- und Hodenkrebsarten, Morbus Hodgkin sowie Leukämien. Nur gegen einen automatisierten und flächendeckenden Einsatz der Chemotherapie wehrt sich vor allem Kübler. Viel wichtiger sei es, individuelle, auf den jeweils zu behandelnden Patienten zugeschnittene Therapieformen voranzutreiben.

Kübler selbst setzt bei der Krebsbekämpfung auf die so genannten natürlichen Killer-Zellen eines Patienten. Diese Untergruppe der weißen Blutkörperchen kann im Rahmen der von ihm entwickelten kombinierten Immuntherapie so eingestellt werden, dass sie virusinfizierte und krebsartig veränderte Zellen erkennt und außer Gefecht setzt. „Die Killer-Zelle ist ein körpereigener, vielseitiger Antikörper, der bestimmte Zellstrukturen blockieren kann. Die Tumorzelle kann dann keine Informationen mehr zur Teilung und der damit verbundenen Streuung erhalten“, erläutert Kübler.

Quelle: kueblergmbh.com

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08.11.2008