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Wie man den „Magenteufel“ überlistet

Wenn Kinder über andauernde Magenschmerzen klagen, scheinen sie das häufig von der Mutter geerbt zu haben. Wie in jedem Gerücht steckt auch hierin ein Körnchen Wahrheit: Der so genannte"Magenteufel" Helicobacter pylori wird meistens in den ersten Lebensjahren von der Mutter auf das Kind übertragen.

Woran man ihn erkennt und wie man ihn wieder loswird, sagt uns Dr. Peter Übel aus Ludwigshafen im folgenden Interview.

Dr. Übel: Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das sich in der Magenschleimhaut einnistet und dort schwerwiegende Krankheiten verursachen kann. Das fängt mit chronischen Bauchschmerzen an und kann zu Geschwüren im Zwölffingerdarm und Magen führen - letztendlich sogar bis hin zum Magenkrebs.“

Frage: Aber so weit muss es ja nicht kommen - wenn man ihn bei Kindern schon nachweisen kann, oder?
Dr.Übel: Ja, wenn es noch keine schweren Symptome gibt, dann kann Helicobacter über viele Jahre unentdeckt bleiben - er schläft dann sozusagen. Aber die meisten Menschen stecken sich halt doch schon in den ersten Lebensjahren an. Das Immunsystem ist da noch nicht so stark ausgeprägt und durch den Speichel der Mutter kann es schnell zu einer Infektion kommen zum Beispiel beim Breivorkosten. Wenn die Mutter also nicht infiziert ist, ist die Übertragung auch sehr unwahrscheinlich.

Frage: Also sollten sich werdende Mütter testen lassen?
Dr.Übel: Durchaus ist ein Test auf Helicobacter dann zu empfehlen. Das gilt aber nicht nur für werdende Mütter. Menschen, die über einen längeren Zeitraum über Bauchschmerzen klagen, sollten dagegen auf jeden Fall zum Arzt gehen. Denn chronische Magenschmerzen sind oft das erste Symptom, das auf eine Infektion hindeuten kann.

Frage: Was macht man gegen Helicobacter pylori, wenn man ihn erkannt hat?
Dr.Übel: Der Helicobacter wird beim Arzt kurz und schmerzlos behandelt: Die französische Dreifachtherapie beispielsweise dauert nur sieben Tage. Dafür bekommen Sie eine Kombination aus einem Medikament, das die Magensäure hemmt, und zwei Antibiotika verschrieben. Die Erfolgsquote hier liegt deutlich über 90Prozent. Das ist sehr viel.

Mit chronischen Magenschmerzen sollten wir also auf jeden Fall zum Arzt gehen. Es könnte sich ja um eine Infektion mit Helicobacter pylori handeln, der sich eingeschlichen hat. Einen Online-Test gibt es im Internet unter www.magenerkrankungen.de

Quelle: newsaktuell.de

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29.09.2008